GENERATIONENVERTRAG
Die Renten-Lüge
Dass man später in Ruhestand gehen soll, wird mit zweifelhaften Zahlen begründet
Es gehört zum politischen Geschäft, mitunter jene des Opportunismus zu bezichtigen, die ihre Meinung ändern. So geht es gegenwärtig der SPD. Die Partei versucht, sich der Rente mit 67 zu entledigen, eines Vorhabens, das von ihrem Ex-Vorsitzenden durchgesetzt wurde und inzwischen von den meisten Sozialdemokraten als Fehler betrachtet wird. Der Mehrzahl der Experten, fast allen Medien und dem politischen Gegner gelten sie deshalb als Umfaller, schlimmer noch: als uninformiertes politisches Personal, das der Linkspartei aus billigen Motiven nach dem Munde redet.
Allerdings denken nach einer gerade veröffentlichten Umfrage 70 Prozent der Deutschen genauso wie die SPD. Natürlich haben Mehrheiten nicht schon deshalb recht, weil sie die Mehrheit haben. Trotzdem lohnt es, sich näher damit zu beschäftigen, welche Einwände es gegen ein späteres Renteneintrittsalter eigentlich gibt.
